The Town House Project: Wir ziehen um! Unser Stadthaus-Projekt

12. Juli 2020

Endlich kann ich Euch von unserem Projekt erzählen, an dem wir seit 2,5 Jahren “arbeiten”. Wir ziehen in unser kleines Stadthaus, weshalb ich die ganze Reihe hier “The Town House Project” genannt habe. Weil Interior meine größte Leidenschaft ist, möchte ich das ganze hier begleiten und euch mitnehmen. Auch, weil die Umzugsreihe das letzte Mal so gut bei Euch ankam und mir (um ehrlich zu sein) Interior-Blogposts noch mehr Spaß machen als Mode-Content. Warum ich jetzt erst damit anfange, obwohl es bereits seit 2,5 Jahren läuft? Weil es schlichtweg zu langweilig und zu lange Pausen dazwischen gewesene wären, um Euch bereits mitzunehmen. Denn wir bauen nicht selbst, es ist ein Bauträgervertrag und wir dürfen die Baustelle eigentlich erst am Ende betreten. Zwischenzeitlich ist auch mehrere Monate nichts passiert und da wäre dann ja auch kein neuer Blogpost gekommen. Ab jetzt können wir aber richtig loslegen und wir haben Euch auch in den vergangenen Monaten bei allem mitgenommen (Kamineinbau, Kücheneinbau). Jetzt beginnt die heiße Phase und wir können hoffentlich bald umziehen.


Es ist das Schönste und Schrecklichste, das ich wohl je gemacht habe. Ich könnte mir nichts Schöneres vorstellen als das eigene Zuhause einzurichten. Das mache ich liebend gern mit viel Hingabe, Zeit und Liebe. Allerdings waren die letzten 2,5 Jahre der blanke Horror. Das erste Jahr war ich entspannt und wusste ja, wann der Fertigstellungstermin war (der war im August 2019). Selbst Anfang 2019, als gerade mal der halbe Rohbau stand, war ich noch entspannt. Dann rückte der August immer näher. Wir wohnten in einer 2 Zimmer Wohnung mitten in Berlin. Was an sich okay ist, aber nicht mit einem (ängstlichen) Hund und wenn zwei Leute von zuhause aus arbeiten. Leben und Arbeiten in zwei Räumen kann deprimierend werden, wenn man täglich darauf wartet, einen Einzugstermin zu bekommen. Wir haben uns darauf eingestellt, dass wir bald ein Büro und mehr Platz haben, haben bereits die ersten Kisten gepackt und seitdem fühlte sich die Wohnung nur noch nach einem Abstellraum an. Darin produktiv zu arbeiten, sich wohl zu fühlen und gern nach Hause zu kommen war nicht mehr möglich. Ein Jahr warten wir jetzt darauf, dass wir bald umziehen können. Ein Jahr auf gepackten Kisten sitzen, warten und täglich mit dem Hund zwischen Menschenmassen Gassi gehen, der beim kleinsten Geräusch zusammenzuckt. Ständig im Kopf, dass wir eigentlich in unserem Haus mit genug Platz, einem eigenen Büro und Auslaufgebieten für unsere kleine Maus leben würden. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt in Worte fassen kann, wie schlimm die letzten Monate waren, ohne dass sich ein Außenstehender denkt “aber ihr habt doch eine Wohnung, ist doch alles gut. Anderen geht es schlechter”. Man muss wahrscheinlich selbst in der Situation sein, um zu merken, wie psychisch fertig das einen macht.

Es ist auch ein wenig das Gefühl von Hilflosigkeit. Denn man ist dort “gefangen”. Man will umziehen, kann es aber nicht. In eine andere Wohnung wäre ja sinnlos gewesen (wir hätten auch niemals gedacht, dass das Warten nun wirklich ein Jahr dauert). Man ist darauf angewiesen, dass der Bauträger alles dafür tut, dass es voran geht. Und genau das ist nicht passiert. Wir haben nie irgendwelche Auskünfte bekommen. Auf Nachfragen bekamen wir keine Antworten und Termine wurden nicht eingehalten. Es tat sich einfach nichts auf der Baustelle. Seit dem 26.06. sind wir jetzt wohnungslos. Einen Satz, den ich niemals sagen wollte. Wir mussten all unseren Besitz einlagern (was die stressigsten Tage ever waren) und uns innerhalb von zwei Tagen eine Airbnb Wohnung suchen. Auswahl gab es natürlich nicht wirklich. Wir haben zwei Nächte in einer Wohnung verbracht und mussten dann nochmal umziehen. Zwar haben wir eine schöne Wohnung gefunden, aber wir haben momentan einfach kein Zuhause. Es ist mit nichts wieder gutzumachen, was wir gerade machen müssen. Einfach kein Zuhause zu haben, obwohl es einem zusteht, fühlt sich nur ungerecht an. Außerdem ist unser eh schon ängstlicher Hund total durch den Wind und weiß auch nicht mehr, was überhaupt noch los ist. Der Umzugsstress hat sie ebenfalls mitgenommen und aktuell ist sie anhänglicher als je zuvor. Wir wollen einfach, dass das alles ein Ende hat.

Das war ein kleiner Auszug aus unserem aktuellen Leben und unserer Gefühlswelt. Trotzdem möchte ich dieses Projekt zu etwas Schönem machen und Euch ab jetzt bei allem mitnehmen. Ob es die Wandfarbe ist, die Auswahl der Deckenlampen oder den perfekten Vorhang zu finden. Ab jetzt nehme ich Euch bei allem mit – da müsst ihr jetzt durch :) Das Ganze werden wir natürlich auch auf YouTube begleiten, weil man dort nochmal alles besser begleiten kann. Seid gespannt und wir freuen uns auf dieses Projekt mit Euch!

4 Gedanken zu „The Town House Project: Wir ziehen um! Unser Stadthaus-Projekt“

  1. Hey Laura, herzlichen Glückwunsch erstmal, zu eurem Projekt! Ich fände es super interessant ein bisschen mehr über die Hintergründe zu erfahren. Also wie ihr zum Beispiel eure letzte Wohnung in Berlin gefunden hattet, wie es zur Entscheidung kam in ein Haus zu ziehen, etc….was ich als Berlinerin auch sehr interessant finde: Wie weit draußen ist das Haus denn? Natürlich musst du nichts genaues preisgeben, aber ich finde es so spannend, weil ich mir gar nicht vorstellen kann, wo man in Berlin noch neu bauen kann und wie lange ihr dann in das Zentrum braucht etc.. Vielleicht mal ein Q&A auf Youtube?
    Ganz liebe Grüße!

    1. Hallo liebe Mia,
      dankeschön für deinen Kommentar :) Das freut mich total. Daran hab ich selbst noch gar nicht gedacht und mir direkt notiert. Ich hab auch viel zu dem Thema zu sagen, wie man vielleicht schon merkt! Ich glaube auch, dass sich unser Leben auf links drehen wird, deshalb wäre ein Q&A wirklich toll! Ganz lieben Dank :)

      Liebe Grüße,
      Laura

  2. Wie spannend -schön, dass du uns mitnimmst!
    Ich kann mich da Mia anschließen, diese Punkte würden mich auch interessieren.
    Aber natürlich musst du nichts preisgeben, womit du dich nicht wohl fühlst. Aber vielleicht findet du ja
    eine Möglichkeit darüber zu sprechen, wie es zu der Idee kam, wie weit draußen das Town house ist und wie sich dein Alltag vielleicht auch dadurch verändern wird?
    Ich freue mich auf Interieur Kontent!

    1. Hallo liebe Alma,
      finde ich auch toll und habe ich noch gar nicht dran gedacht. Hab ich mir direkt notiert und werde das dann alles in einem Video/Blogpost beantworten. Bei bestimmten Fragen immer gern her damit! :)

      Liebe Grüße,
      Laura

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