Personal: Ein paar Gedanken über Nachhaltigkeit & Minimalismus

29. Oktober 2019

Eigentlich sollte der Post anders beginnen, aber ich habe eben eine super passende Situation erlebt, die ich mal kurz erzählen muss. Thema dieses Posts wird das große Thema Nachhaltigkeit und Konsum sein. Ich beschäftige mich sehr viel mit dem Thema momentan und gerade wurde ich im realen Leben damit konfrontiert – es war irgendwie ziemlich lustig. Nun aber zur Geschichte: In den letzten Tagen habe ich ich viele Sachen bei Kleiderkreisel verkauft, um selbst weniger Kleidung zu besitzen und damit weniger zu konsumieren, gleichzeitig aber auch den Second Hand Verkauf zu fördern. Gerade lief ich mit einem großen Paket zur Post und musste an einem Imbiss vorbei, an dem 5 ältere Männer standen. Als ich daran vorbei lief, sprach einer der Männer laut über mich mit „Guck dir die Kleine an. Jetzt hat sie irgendwelche Sachen im Paket, die ihr nicht gefallen..“. Es ging wohl um das Thema Konsum, Retoure und Online-Bestellung. Das Lustige an der Situation war: Im Paket befanden sich Sachen, die ich Second Hand verkauft hatte, um sie nicht einfach wegzuschmeißen. Das Paket selbst war ein altes Paket, indem meine Glasflaschen-Bestellung geliefert wurde. Ich hatte Glasflaschen bestellt, um darin Reinigungsmittel zu füllen und weniger Plastikmüll zu produzieren. Er hielt also genau das Gegenteil von mir, wie die Situation eigentlich war. Und das fand ich super lustig. Mit einem breiten Grinsen und innerer Zufriedenheit lief ich weiter. Ich hatte überhaupt nicht das Bedürfnis ihm das erklären zu müssen, da ich mit mir selbst im Reinen war. 

 

Motivation

Ich habe mich selbst dabei erwischt, wie ich mir oft gesagt habe „aber das kann man doch noch mal irgendwann gebrauchen“ oder hinsichtlich Kleidung konnte ich mich oft nicht von Stücken trennen, da ich sie ja irgendwann nochmal kombinieren kann oder sie eventuell wieder in Mode kommen. In letzter Zeit habe ich mir aber sehr viele Gedanken über Minimalismus und Nachhaltigkeit gemacht – was für mich klar zusammengehört. Nachhaltigkeit ist momentan ein großes Thema in unserer Gesellschaft. Ich würde fast sagen, dass es ein sehr gespaltenes Thema ist, was es nicht sein sollte. Angestoßen von einigen Gesprächen mit Freunden und den aktuellen Nachrichten, habe ich mich mehr und mehr mit den Thema auseinander gesetzt. Ich habe begonnen die Serie von Marie Kondo auf Netflix anzusehen und muss ganz ehrlich sagen, dass ich die Serie super langweilig fand. Es hat mich nicht inspiriert und jede Folge war ähnlich. Zu sehen, wie viele Sachen die Menschen haben, hat mich eher aufgewühlt als zu motivieren. Auf Youtube gibt es aber ebenfalls endlos viele Videos zu Minimalismus und Nachhaltigkeit. Viele Videos, in denen minimalistisch lebende Menschen ihr Zuhause zeigen, finde ich okay, aber würde selbst nie so leben können. Denn teilweise bin ich zu bequem für manche Dinge – beispielsweise meinen Esstisch vor dem Essen aufzubauen, nur damit ich ihn danach wegräumen kann. Es gibt aber auch viele Youtuber, die ich super toll finde und deren Videos mich sehr (!) inspiriert haben bzw. zum Nachdenken angeregt haben. Eine davon ist Rachel Aust, die in ihrer „Minimalism“ Serie zeigt, dass man minimalistisch und nachhaltig leben kann und das Zuhause trotzdem gemütlich ist bzw. man auf nichts verzichten muss. Für Inspiration solltet Ihr unbedingt mal bei ihr vorbeigucken! 

Es ist wohl momentan ein sehr aktuelles Thema bei mir, denn hinsichtlich unseres Umzugs in ein paar Monaten versuche ich jetzt schon so viele Sachen loszuwerden, wie nur möglich. Aussortieren ist also der erste Schritt, vor allem vor einem Umzug. Aber: alles wegzuschmeißen wäre genau das Gegenteil von Nachhaltigkeit und würde genau den gegenteiligen Effekt haben. Davon bin ich aber auch kein Fan, deshalb habe ich alles bei verschiedenen Verkaufsplattformen eingestellt und möchte für alles einen neuen Besitzer finden. Hier ein paar Tipps, wo man Dinge loswird: 

Schritt 1: Aussortieren & Verkaufen 

Dekoration / Kleinkram: Wir waren dieses Jahr bereits auf zwei Flohmärkten. Auf dem Flohmarkt wird man gut Dekoration, Kleinkram oder auch Kleidung für ein paar Euro los. Am Ende des Tages kommt auch bei viel Kleinkram eine schöne Summe dabei raus! 

Markenkleidung & unbenutzte Beauty-Sachen: Bei Kleiderkreisel verkaufe ich teurere Kleidung (ab 5€) und unbenutzte Kosmetik. Zwar ist es anstrengend mit jedem zu schreiben, aber ich lade nicht alles auf einmal hoch, sondern arbeite mich mit je 5 Teilen vor und wenn alle verkauft sind, stelle ich die nächsten fünf online. So verliert man nicht den Überblick und bleibt motiviert, wenn der Stapel immer kleiner wird. Benötigt eben nur ein wenig Zeit. 

Möbel: Ganz klar bei Ebay Kleinanzeigen. Vor allem in Städten gibt es für Möbel-Verkäufe wohl nichts schnelleres und besseres. 

Designer-Stücke: Taschen, Schuhe und Accessoires von Designern stelle ich bei ebay rein, denn dort findet man wohl die meisten Käufer dafür. Manchmal gibt es das ein oder andere Teil, das dort gar nicht gut geboten wird, aber meistens bekommt man noch gutes Geld für seine Sachen! 

Unverkaufte Kleidung/Accessoires: Alles, was man in ein paar Wochen nicht loswurde, kann man natürlich auch spenden. Menschen zu helfen ist doch besser, als die Sachen in einem Karton liegen zu haben. 

Schritt 2: Bewusster Kaufen

Wenn man sich nach und nach von Sachen getrennt hat, die man nicht braucht oder auch Dinge aufgebraucht hat (Waschmittel etc.), dann seid ihr an der Reihe. Denn nun beginnt das bewusste Kaufen von Dingen. Zum einen bedeutet das, sich darüber bewusst zu werden, was man wirklich braucht. Zum anderen darüber bewusst zu werden, WAS man eigentlich kauft. Wenn ihr schon seit Jahren Sachen kauft, wie beispielsweise das gleiche Reinigungsmittel, dann beginnt damit es zu hinterfragen. Wie viel Müll verursacht das Produkt eigentlich bzw. gibt es eine Alternative? Hier ist eine Liste von Dingen, die ich in den letzten Wochen umgestellt habe, ohne mich dafür einschränken zu müssen, es ist genauso teuer wie vorher und beansprucht genauso viel Zeit:

Rasierhobel statt Rasierer: Vor Kurzem hatte ich keine Rasierklingen mehr und war total verärgert darüber, wie teuer die Dinger überhaupt sind. Auf der Suche nach einer Alternative bin ich auf einen Rasierhobel gestoßen, für den man eine einfache Rasierklinge benutzt, ohne das Plastik drum herum. Es ist viel (!) günstiger und auch nachhaltiger. Im Vergleich kostet eine Rasierklinge von Venus & Co. ca. 1,50 – 2 Euro. Eine Rasierklinge für den Rasierhobel aber nur ca. 25 Cent. Jede Rasierklinge von Venus ist einzeln in Plastik verpackt und besteht natürlich auch zu einem großen Teil selbst aus Plastik. Die Rasierklinge für den Rasierhobel selbst ist mit einem dünnen Papier verpackt und produziert kaum Müll.

Einkaufstaschen mitnehmen: Der Klassiker. Eine Einkaufstasche für den Einkauf nehme ich selbst schon seit Jahren mit. Seit ca. einem halben Jahr verwenden wir aber auch für Obst und Gemüse ausschließlich die Baumwoll-Beutel. Wir legen sie einfach in unsere normale Einkaufstasche, wodurch wir sie nie vergessen. Beim Einkaufen greifen wir dann zu losem Obst und Gemüse, das nicht nochmal mit Plastik verpackt wurde und verwenden die Beutel dafür.

Jogurt & Milch im Glas: Jeden Morgen gibt es bei uns Jogurt mit Müsli und Milch. Das heißt wir kaufen jedes Mal Jogurt und Milch ein. Das hat einen großen Anteil unseres Mülls ausgemacht und wir kaufen deshalb seit kurzem nur noch Jogurt und Milch in Glasflaschen. Ist kaum teurer und der Müll ist um einiges weniger geworden!

Eigene Wasserflasche: Wir kaufen nie Wasser im Supermarkt, sondern trinken ausschließlich Leitungswasser. Dafür kann man einen Filter benutzen, falls man die Qualität des Wassers nicht so gut findet. Außerdem benutzten wir unsere eigene Flasche, die wir dann immer wieder auffüllen und die wir überall mit hinnehmen können. Pfand haben wir deshalb kaum (nur die Glasflaschen).

Neue Möbel gebraucht kaufen: Vor kurzem waren wir auf der Suche nach einem Sofa für unser zukünftiges Büro. Wir haben bei den klassischen Läden wie Westwing & Co. geguckt und sind schnell darauf gekommen, dass wir es doch gebraucht kaufen. Denn viele Menschen suchen für ihre Sachen ein neues Zuhause. Wir haben dann ein Sofa gefunden, das wir neu beziehen mussten. Es war ein großes Schnäppchen und wir haben es dann kurzerhand selbst neu bezogen (dazu kommt bald mehr!). Das ist zum einen viel nachhaltiger und zum anderen hat das Möbelstück jetzt eine Geschichte.

 

Meine nächsten Projekte

Ich würde mich definitiv nicht als nachhaltig lebenden Menschen bezeichnen und es ist super schwierig, hier die Grenze zu finden. Für mich gibt es aber kein schwarz und weiß. Umdenken ist der erste Schritt und deshalb werde ich versuchen immer „besser“ in Sachen Nachhaltigkeit zu werden. Meine nächsten Projekte werden beispielsweise: Ich habe mir Glasflaschen besorgt, die ich selbst mit Reinigungsmitteln befülle. Denn jeden Monat eine neue Plastikflasche mit Glasreiniger ist nicht sehr gut. Deshalb greife ich auf Konzentrate zurück, durch die dann viel weniger Plastikmüll produziert wird. Außerdem ist Mülltrennung ein großes Thema, mit dem ich mich mehr auseinandersetzen möchte. Jedes Teil sollte optimal da landen, wo es am besten recycelt werden kann!

Man sollte einfach für sich selbst die Balance finden, aber ich finde, dass jede noch so kleine Änderung etwas bewirkt und NICHTS ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch in Sachen Beauty und Fashion versuche ich gerade etwas umzudenken – hättet Ihr Interesse zu Reviews zu einzelnen Produkten?

3 Gedanken zu „Personal: Ein paar Gedanken über Nachhaltigkeit & Minimalismus“

  1. Hey Laura,
    es freut mich sehr hier auf deinem Blog einen Beitrag zu diesem Thema zu lesen, in dem du deine persönlichen Gedanken teilst. Ich verfolgen deinen Blog schon einige Jahre, hauptsächlich weil ich deine Looks sehr inspirierend finde. Aber um ehrlich zu sein hatte ich auch immer einen leichten, bitteren Beigeschmack. Denn auf deinem Blog zeigst zu im allgemeinen viele Konsumartikel. Ob Kleidung, Beauty, Interior oder Tech… und dann auch immer mal die Produktplazierungen dazwischen. Ich habe mich dabei immer wieder gefragt, wie du zum Thema Konsum und Nachhaltigkeit stehst. Daher freut es mich umso mehr, nun darüber zu lesen und freue mich, wenn du dieses Thema nun öfter hier besprichst.
    Außerdem ist Nachhaltikeit nicht nur eine ökologische Frage, sondern auch eine soziale. Es geht meiner Meinung nach nicht nur darum, wieviel Müll wie produzieren oder nicht. Sondern auch, wie die Produkte hergestellt wurden, und ob Mensch und Natur darunter leiden.
    Ich finder diese Aspekt der Nachhaltigkeit wird in der ganzen Diskussion oft noch übersehen – ist aber genauso wichtig. Wenn wir wert darauf legen, die Natur zu beschützen (z.B in dem wir weniger Müll produzieren = weniger konsumieren) sollte es uns doch auch genauso wichtig sein, dass es auch unseren Mitmenschen gut geht ( Wie wird meine Kleidung, etc produziert? Geschieht das auf des Lebens anderer?) Es ist kaum möglich alles richtig zu machen – aber wie du schon sagst: Jede kleine Änderung bewirkt was :)

    Liebe Grüße,
    Alma

    1. Hey Alma, freut mich sehr zu lesen, dass du genau verstanden hast, was ich sagen wollte. Ich stehe selbst total kritisch gegenüber meinem Job, denn Konsum gehört automatisch dazu, damit ich davon leben kann. Und genau das ist das größte Problem, das ich momentan damit habe. Ich stimme dir auch vollkommen zu, dass man sich fragen sollte, woher die gekauften Produkte kommen. Das ist ja der erste Schritt noch vor dem Konsum der Menschen. Ich werde mich auf jedenfalls selbst damit mehr und mehr auseinandersetzen. Allein wenn ich “privat” nur Produkte konsumiere, die nachhaltig sind, macht es meiner Meinung nach schon einen Unterschied. Wie ich das mit dem Blog vereinen kann, muss man dann sehen.. :)

      Liebe Grüße,
      Laura

  2. Hi Laura,
    was für eint toller Artikel! Ich habe in letzter Zeit auch so viel darüber nachgedacht und teile deine Meinungen total. Dieses Unterscheiden in schwarz und weiß ist einfach nur kontraproduktiv. Jeder sollte dort nachhaltiger werden, wo es für einen selbst am einfachsten ist. Und ich finde es super, dass du das Thema auch als Modebloggerin ansprichst, die ja oft einen shitstorm kriegen, sobald sie auch nur einen nachhaltigen Gedanken äußern.
    Dir noch einen schönen Abend :)
    xx anna
    annadenktnach.wordpress.com

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