Personal: Wie läuft eine Kooperation ab? Wie bekomme ich Kooperationen?

5. September 2016

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Wie läuft eine Kooperation ab?

Das Thema habe ich schon eine Weile in meinem Kopf und wollte es nun mal angehen. Als Blogger steht man täglich mit Firmen in Kontakt und muss sich jeden Tag wieder in den Kopf rufen, dass man sich nie verkaufen sollte. Es ist oft ein Gang auf dem schmalen Grad zwischen “gerade so über die Runden kommen” und “relativ gut verdienen”. Eine Kooperation ist essenziell als Blogger und wie eine solche Zusammenarbeit abläuft, möchte ich Euch heute erklären. Ich bin ganz ehrlich, ohne Euch etwas vor zu machen. Ich hoffe, das wird mir am Ende nicht das Genick brechen.

Kontakt mit den Firmen

Im ersten Schritt tritt man mit den Firmen in Kontakt. Meine erste Anfrage erhielt ich bereits in den ersten Monaten nachdem ich meinen Blog gestartet habe. Ich habe nicht verstanden, warum mich nun eine Firma anschreibt. Mit einer Firma in Kontakt zu treten kann allerdings auf zwei Arten geschehen: entweder die Firma schreibt dich an oder du schreibst sie an. Ich kann stolz sagen, dass bei mir ersteres die Mehrheit ist und ich nur für bestimmte Projekte mal Firmen anschreibe. Für neue Blogger ist es aber eine tolle Möglichkeit mit Firmen zusammenzuarbeiten, wenn man sie einfach anschreibt. Hier aber immer darauf achten, keine Copy and Paste Mail rauszuschicken, denn das merken die Firmen. Ihr solltet ein genaues Konzept im Kopf haben und dem Ansprechpartner bereits in der ersten Mail Eure genauen Vorstellungen klarmachen. Schreibt Euch eine Firma an, dann handelt es sich hier meist um Agenturen. Hier sind es meist Massenmails, die man dann erst mal sortieren sollte.

Selektion & sich immer treu bleiben

Damit kommen wir auch schon zum zweiten Punkt – hier unterscheidet sich der Profi. Es ist für mich der wichtigste Schritt, um seine Natürlichkeit und Authentizität nicht zu verlieren. Erhält man eine Anfrage, sollte man das Angebot durchgehen und zu aller erst überlegen, ob das Produkt oder die Marke wirklich zum Content des Blogs passen. Ich habe bereits viele Kooperationen abgelehnt, da ich keine Werbung für Staubwischer oder Korrekturen gewisser Geschlechtsteile machen wollte, haha. Das Wichtigste ist hier auch mal Nein sagen zu können. Ihr seid kein Werbeplakat, das man einfach so bekleben kann. Ihr steht mit Eurem Namen für das Produkt, deshalb solltet Ihr zu hundert Prozent dahinterstehen! Hier ist auch nicht nur die Gefahr Euch selbst zu verkaufen, sondern auch mögliche andere Kooperationen nicht machen zu können. Ihr müsst wissen, wo Ihr Euch positionieren möchtet. Wollt Ihr Kooperationen mit hochpreisigen Marken, dann solltet Ihr auch überwiegend hochpreisige Produkte auf Eurem Blog zeigen. So weiß der Kunde, dass sein Produkt auch Eure Zielgruppe anspricht.

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Vorbereitung und Produktion

Geht man eine Kooperation ein und hat die Konditionen besprochen, dann kann man mit der Produktion beginnen. Hierfür bekommt Ihr das Produkt zugeschickt und könnte es erst mal ausgiebig testen. Dann geht es an die Produktion der Fotos – Location und Konzept sollten vorher feststehen. Manche Fotos mache ich zuhause im Wohnzimmer und kaufe mir dafür beispielsweise Klebefolie oder Fliesen für den Untergrund, damit ich die Bilder nicht immer auf dem weißen Esstisch machen muss. Die Umgebung sollte zum Produkt passen. Außerdem habe ich zusätzliches Licht, das ich für die Fotos einsetze. Ihr merkt schon, da steckt um einiges mehr dahinter, als nur auf den Auslöser zu drücken. Stelle ich beispielsweise ein Produkt vor, das ich eigentlich in der Dusche benutze, so fotografiere ich es auf einer schönen Fliese und nicht auf dem Holzboden. Bildsprache ist mir extrem wichtig. Deshalb nimmt das wahrscheinlich die meiste Zeit in Anspruch. Danach müssen die Bilder bearbeitet und retouchiert werden. Anschließend wird der Text geschrieben. Dafür ist es immer hilfreich, wenn der Kunde vorher ein „Briefing“ schickt mit allen Informationen, die im Blogpost enthalten sein sollten. Einen vorgeschriebenen Text etc. solltet Ihr in keinem Fall annehmen. Schreibt ehrlich über das Produkt und nichts, das Ihr nicht auch so empfindet. Nun sind die Bilder und der Text fertig. In den meisten Fällen wird der Post nun an den Kunden zur Freigabe geschickt. Kleine Änderungen dürfen gemacht werden, meist ist das aber nur eine gewisse Schreibweise, die der Kunde bevorzugt.

Veröffentlichung

Zwischen der Produktion und der Veröffentlichung vergeht gern mal eine Woche – das solltet Ihr immer in Eurer Zeitplanung beachten. Der Kunde meldet sich ein paar Tage nachdem Ihr ihm den Artikel geschickt habt. Dann wird ein Veröffentlichungsdatum ausgemacht und an diesem Tag geht der Post dann online (meist auch mit Social Media Veröffentlichung). Heißt also, dass Ihr den Blogpost veröffentlicht und alles auf Instagram und Co. teilt.

Damit ist die Arbeit noch nicht getan

Ja, hier ist die Arbeit noch nicht beendet. Jetzt müsst Ihr Kommentare beantworten, eventuell Gewinnspiele auslosen und einen Report machen. Das wollen nicht alle Firmen, aber manche. Ihr schickt den Firmen den Link zur Veröffentlichung und Eure Statistiken. Außerdem müsst Ihr jetzt auch Eure Rechnung schreiben, damit Ihr für Eure Arbeit entsprechend entlohnt werdet.

Balance behalten

Nun kennt Ihr den Ablauf einer Kooperation. Es ist immer viel Arbeit, macht aber auch echt Spaß. Ich liebe meinen Job und würde mit niemandem tauschen. Dieser Punkt ist mir aber noch wichtig und ich wollte Ihn einfach mal ansprechen. Die Balance zwischen Kooperationen und „freien“ Blogposts. Jedes Mal habe ich ein wenig Bammel davor, eine Kooperation zu veröffentlichen, da ich nicht in Gefahr laufen möchte, dass Ihr mich als Werbeplakat seht. Allerdings freue ich mich immer wieder mit Firmen zu kooperieren und stehe wirklich zu 100% hinter jedem Produkt, das ich promote. Ich würde nie für etwas werben, nur weil ich dafür bezahlt werde. Im letzten Monat betrugen Kooperationen weniger als 20% aller Blogposts auf meinem Blog. Nicht alle Posts, in denen ich Euch Produkte vorstelle, sind auch gleich Kooperationen. Momentan mache ich gern Beautyposts, in denen ich Euch meist Produkte vorstelle. Dabei handelt es sich nicht immer um Kooperationen – das wollte ich kurz loswerden. Die Balance ist mir immer wichtig, was auch stark mit der Selektion der Kooperationen zusammenhängt.

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig zeigen, wie eine Kooperation abläuft und dass ich sehr stark auf meine Authentizität achte. Vielleicht ist ja auch der ein oder andere Blogger dabei, dem ich nun weiterhelfen konnte? Oder Ihr habt nun einfach eine genauere Vorstellung vom Beruf als Blogger bekommen.

10 Gedanken zu „Personal: Wie läuft eine Kooperation ab? Wie bekomme ich Kooperationen?“

  1. Danke für diesen ausführlichen und interessanten Artikel. Endlich wird es mal ganz genau beschrieben, wie so eine Kooperation abläuft, finde ich super.
    Und ich finde, du findest genau die richtige Balance, mach dir keine Sorgen.:)

  2. Ich finde Kooperationen nie wild – solange es zum Blog und Blogger selbst passt. Da habe ich bei dir und vielen anderen meiner Lieblingsblogger auch immer das Gefühl. Deshalb stört es mich auch nicht, wenn mal ein bezahlter Post mehr dabei ist.
    Leider gibt’s aber dennoch zu viele, die irgendwelchen Mist annehmen. Da sehe ich schon manchmal Dinge bei anderen, die ich selbst abgelehnt habe. Häufig auch Angebote, die keinesfalls als sponsored angezeigt werden dürfen oder unbedingt einen do follow Link haben müssen. Das ist schade, aber auch leider auch ein riesiges Thema.
    Dennoch: bei Bloggern wie dir stört es mich nicht :)

  3. Toller, ehrlicher Artikel.
    Du verpackst Kooperationen immer total gut und es kommt immer authentisch rüber.
    Viele Blogger sind inzwischen leider nur noch Werbegesichter.
    Liebe Grüße Hanna

  4. Sehr interessanter Post, danke für deine Ehrlichkeit! Ich kann es gar nicht leiden, wenn BloggerInnen das Thema so totschweigen bzw. einige Aspekte verheimlichen. Da können sich viele eine Scheibe von dir abschneiden!
    Was mich noch interessieren würde: Nimmst du nur Kooperationen an, wo du schon im Vorfeld weißt, dass dir das Produkt (mit hoher Wahrscheinlichkeit) gefallen wird? Wenn nicht: Was ist, wenn dir das Produkt (ansatzweise) nicht gefällt? Oder du dachtest, es würde dir gefallen, tut es aber dann nicht? Schreibst du das dann offen und für die Firma ist das dann ok (wäre ja auch authentisch)? Oder wird das dann einfach nicht genehmigt / veröffentlicht?
    Danke schon mal :)

    1. Sehr guter Punkt! Denn das ist garnicht so ungewöhnlich. Ich lasse mir immer extra viel Zeit geben, um das Produkt zu testen. Ich hatte aber auch schon oft Kooperationen, wo ich Produkte getestet habe, die absolut nicht das erfüllt haben, was sie versprochen haben. Zum Beispiel habe ich mal eine Saftkur getestet, weshalb ich mich dann übergeben musste – hier war ich ehrlich zu der Firma und habe gesagt, dass ich auf keinen Fall darüber schreiben werde. Die Firmen haben eigentlich immer Verständnis :) Ich würde nie darüber schreiben, wenn ich es nicht gut finde :)

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